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Hypergrowth: Von 10 auf 1.000 – wie Fleetlery sich verhundertfacht und parallel noch die HR digitalisiert

In wenigen Monaten von 10 auf 1.000 Mitarbeitende – und parallel die komplette HR-Struktur aufbauen? Fleetlery hat genau das erlebt. In diesem Paneltalk haben wir erfahren, wie der Lieferdienst seinen Hypergrowth gemeistert hat, Personio in nur vier Wochen eingeführt und gemeinsam mit alliantis eine skalierbare HR-Digitalisierung aufgebaut hat – trotz demographischem Wandel, Payroll-Anforderungen und einer Belegschaft aus überwiegend Frontline Worker.

Informationen
  • Freitag 13. März
    13:45 - 14:45 Uhr
  • Impact Session

Wenn Wachstum schneller ist als HR

 

Stell Dir vor: Ein Kunde entscheidet im Oktober, dass er ab sofort alle Lieferungen mit Euch abwickeln will – und Ihr habt nur wenige Wochen Zeit, um von einem kleinen Team auf 1.000 Mitarbeitende zu skalieren. Genau vor dieser Herausforderung stand Fleetlery. Das Unternehmen liefert alles, was in einen Rucksack passt, und wurde durch einen Großkundenauftrag praktisch über Nacht in den Hypergrowth katapultiert.

Die Folge: Rasantes Wachstum, enormer Handlungsdruck – und eine Personalabteilung, die in dieser Geschwindigkeit organisatorisch und technologisch noch nicht mitgewachsen war. Genau hier setzt die Geschichte der HR-Digitalisierung im Hypergrowth an.


Wie Fleetlery Hypergrowth und HR-

Digitalisierung zusammengedacht hat

 

Der Ausgangspunkt war klar: Fleetlery wuchs innerhalb kürzester Zeit von 10 auf 1.000 Mitarbeitende. Der neue Kunde wollte alle Lieferungen durch Fleetlery abwickeln, und der Auftrag startete bereits im Oktober – mit klarer Erwartung, dass das Setup bis Ende des Jahres steht.

Dieses Wachstum machte deutlich, dass eine Professionalisierung von HR-Prozessen und -Systemen nicht optional ist, sondern über die Fähigkeit entscheidet, das Geschäftsmodell überhaupt liefern zu können. Fleetlery brauchte:

  • Schichtplanung, um die Frontline Worker effizient zu steuern
  • Anbindung der Payroll, um Gehälter sicher und korrekt auszuzahlen
  • Strukturierte Onboarding-Prozesse, damit neue Mitarbeitende schnell produktiv werden
  • Upskilling-Optionen, um die Mitarbeitenden auch in einer dynamischen Umgebung weiterzuentwickeln

Die Wahl fiel auf Personio als zentrale HR-Plattform – und auf alliantis als Implementierungspartner, um das System in Rekordzeit zum Laufen zu bringen.


Hypergrowth vs. HR-Realität:

Demographischer Wandel und Datenqualität

 

Ein wichtiger Kontext: Im demographischen Wandel wachsen Personalabteilungen meist nicht im selben Tempo wie die Anzahl der Mitarbeitenden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an:

  • Datenqualität
  • Transparenz
  • Berichtsfähigkeit

Gerade im Hypergrowth ist das ein Spannungsfeld: Viele neue Mitarbeitende, hoher Zeitdruck, aber dennoch der Anspruch, saubere und auswertbare HR-Daten aufzubauen.

Typischerweise liegt die Implementierungsdauer einer HR-Software zwischen 3 und 9 Monaten. Bei Fleetlery stand jedoch keine klassische Projektlaufzeit zur Verfügung: Am Ende wurde Personio in nur vier Wochen implementiert – von der Anforderungsanalyse bis zum Go-live.


Warum die Implementierung in vier Wochen

gelang

 

Die vier Wochen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer klaren Priorisierung und konsequenten Fokussierung. Mehrere Faktoren waren entscheidend:

  1. Grüne Wiese statt Legacy-Prozesse
    Das Unternehmen war systemseitig noch recht frei aufgestellt. Es gab wenig festgefahrene Prozesse, die in ein System „hineingepresst“ werden mussten. Stattdessen konnte alliantis gemeinsam mit Fleetlery ein Setup auf der sprichwörtlichen grünen Wiese entwickeln. Während die Implementierung lief, wurde parallel weiter eingestellt – das System wuchs mit dem Unternehmen mit.
  2. Klares Zielbild und harte Timeline
    Fleetlery hatte ein genaues Bild davon, was erreicht werden sollte – etwa in Bezug auf Kennzahlen wie Time-to-Hire und die Fähigkeit, den Großkunden zuverlässig zu bedienen. Die Timeline war nicht verhandelbar, weil sonst reale Umsätze und Kundenzufriedenheit auf dem Spiel gestanden hätten.
  3. Entscheidungsstärke und schlanke Governance
    Die Geschäftsführung – insbesondere CEO und COO – war früh abgeholt und verstanden, warum das Projekt geschäftskritisch ist. Entscheidungen wurden schnell getroffen, ohne lange Schleifen, weil allen klar war: Dieses Projekt sichert Umsatz und Wachstum.
  4. Fokus in der Projektleitung
    Intern wurde eine Projektleitung benannt, die sich ab einem bestimmten Zeitpunkt nahezu ausschließlich diesem Thema gewidmet hat. Das hat verhindert, dass das Projekt „nebenher“ läuft und im Tagesgeschäft untergeht.
  5. Pragmatische Anforderungsanalyse
    Statt alle Eventualitäten abzubilden, konzentrierten sich Fleetlery und alliantis auf die wesentlichen Prozesse und Anforderungen, die für den Go-live wirklich relevant waren. Komplexität wurde bewusst reduziert, um Tempo zu gewinnen.


Besondere Herausforderungen: Frontline

Worker im Fokus

 

Ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Implementierungsprojekten:

Fleetlery beschäftigt überwiegend Frontline Worker. Deshalb wurden diese Mitarbeitenden bewusst als erste Zielgruppe in der Implementierung priorisiert – dort liegt der größte Hebel, aber auch die größte Abweichung von klassischen White-Collar-Use-Cases.

Wichtige Fragen waren zum Beispiel:

  • Wer ist der typische Bewerbende – aus welcher Branche, mit welcher Erfahrung?
  • Wie viel Anleitung braucht diese Zielgruppe im Recruiting- und Onboarding-Prozess?
  • Welche Sprache und Tonalität helfen, um die Menschen wirklich abzuholen?
  • Welche Sichtrechte und Berechtigungen sind notwendig, damit Frontline Worker sicher und dennoch einfach mit dem System arbeiten können?

Diese Klarheit über Zielgruppe und Berechtigungen hat ermöglicht, das Rechte- und Rollenkonzept direkt von Anfang an mitzudenken – anstatt es später mühsam nachzuziehen.


Was Fleetlery anders gemacht hat: Learnings

aus dem Hypergrowth-Case

 

Aus dem Projekt lassen sich zentrale Learnings ableiten, die für andere Unternehmen im Hypergrowth wertvoll sind:

  1. Payroll frühzeitig mitdenken
    Die Anbindung der Payroll darf nicht ans Ende geschoben werden. Wenn HR- und Payroll-Systeme nicht sauber ineinandergreifen, entstehen Fehler, Doppelarbeit und Vertrauensverluste. Fleetlery hat früh geklärt, wie die Systeme zusammenarbeiten, welche Daten fließen und welche Schnittstellen wann aktiviert werden.
  2. Schnittstellen nicht aufschieben
    Je früher geklärt ist, wie Systeme miteinander sprechen, desto stabiler wird die Gesamtlösung. Das betrifft insbesondere Payroll, Zeiterfassung und gegebenenfalls weitere operative Systeme.
  3. Training zielgruppenspezifisch aufsetzen
    Standardtrainings reichen nicht aus, wenn es primär um Frontline Worker geht. Fleetlery setzte auf Trainings, die genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten sind: einfache Sprache, klare Use Cases, direkte Anleitung im Alltag.
  4. „Implementieren und direkt beibringen“
    Lernen nicht als späteres Add-on, sondern als integralen Teil der Implementierung verstehen. Kaum ist ein neuer Prozess live, wird er den relevanten Zielgruppen vermittelt – so entsteht kein Gap zwischen System und Nutzung.
  5. Handlungsdruck bewusst nutzen
    Der Kundendruck war real: Ohne funktionierende HR-Strukturen und schnelle Einstellungen hätte Fleetlery den Auftrag nicht erfüllen können. Dieser Handlungsdruck wurde produktiv genutzt, um Prioritäten zu setzen, Entscheidungen nicht zu vertagen und intern die nötige Aufmerksamkeit zu sichern.


Die Rolle von alliantis im Projekt

 

In diesem Setup war alliantis der Partner, der Erfahrung aus vielen Implementierungen mit der besonderen Situation eines Hypergrowth-Unternehmens kombiniert hat.

  • Die Offenheit von Fleetlery, Prozesse gemeinsam neu zu denken, hat es erleichtert, Best Practices aus anderen Projekten einzubringen, ohne an alten Strukturen zu scheitern.
  • Die Erfahrung von alliantis mit Personio-Implementierungen und HR-Digitalisierung in unterschiedlichen Branchen hat erlaubt, in vier Wochen ein stabiles, skalierbares Setup zu gestalten – inklusive Schichtplanung, Onboarding, Payroll-Anbindung und einem ersten Upskilling-Framework.

So entstand in kurzer Zeit ein HR-Fundament, das nicht nur den aktuellen Hypergrowth abfedert, sondern auch zukünftiges Wachstum unterstützt.


Was andere Unternehmen aus dem

Fleetlery-Case mitnehmen können

 

Der Fleetlery-Case zeigt: Hypergrowth und HR-Digitalisierung schließen sich nicht aus, sie müssen nur strategisch zusammengedacht werden. Die wichtigsten übertragbaren Prinzipien:

  • Klares Zielbild vor Projektstart
    Welche Geschäftsergebnisse soll die HR-Digitalisierung ermöglichen (z.B. Time-to-Hire, Onboarding-Dauer, Fluktuation)?
  • Pragmatische, aber konsequente Priorisierung
    Lieber in vier Wochen ein 80-Prozent-Setup live bringen, das funktioniert, als in neun Monaten ein theoretisch perfektes System, das zu spät kommt.
  • Zielgruppenfokus
    Die dominante Mitarbeitendengruppe (hier: Frontline Worker) zuerst digital befähigen – auch wenn das anspruchsvoller ist als ein klassischer White-Collar-Use-Case.
  • Integration von Payroll und Schnittstellen früh planen
    Payroll ist kein Anhängsel, sondern ein zentraler Baustein des Vertrauens gegenüber den Mitarbeitenden.
  • Entscheidungswege radikal verkürzen
    Geschäftsführung, People & Culture und Projektleitung müssen verstehen, dass es sich um ein strategisches Projekt handelt – nicht um ein Nebenbei-IT-Projekt.


Was kommt nach dem Hypergrowth-Go-live?

 

Für Fleetlery sind mit dem Go-live nicht alle Fragen gelöst. Die nächsten Schritte drehen sich vor allem um:

  • Saubere Automatisierung mit angrenzenden Systemen, insbesondere Payroll
  • Weiterentwicklung des Reportings, um bessere Entscheidungen entlang des People-Lifecycles treffen zu können
  • Optimierung des Onboarding-Prozesses, um neue Mitarbeitende noch schneller einzuarbeiten
  • Individualisierung des Recruitings, um unterschiedliche Profile und Märkte passgenau anzusprechen

Genau hier setzt die kontinuierliche Begleitung durch einen Partner wie alliantis an: vom initialen Hypergrowth-Projekt hin zu einem stabilen, datengetriebenen People & Tech Setup, das langfristig mit dem Unternehmen mitwächst.

Wenn Ihr gerade selbst vor schnellem Wachstum steht oder bereits mittendrin seid und merkt, dass Eure People & Culture-Strukturen nicht hinterherkommen, lohnt sich ein genauer Blick auf Eure HR-Digitalisierung. Gemeinsam könnt Ihr prüfen, welche Prozesse Ihr heute schon digitalisieren könnt, wo Quick Wins liegen und wie ein skalierbares Setup in kurzer Zeit aufgebaut werden kann.


Key Takeaways

  • Hypergrowth braucht HR-Digitalisierung: Rasantes Wachstum ohne professionelle HR-Strukturen ist nicht nachhaltig – Systeme wie Personio werden zum geschäftskritischen Backbone.
  • Implementierung in Rekordzeit ist möglich: Mit klarer Priorisierung, fokussierter Projektleitung und Entscheidungsstärke kann eine Personio-Implementierung statt 3–9 Monaten auch in vier Wochen gelingen.
  • Frontline Worker zuerst denken: Wenn die Belegschaft überwiegend aus Frontline Worker besteht, sollten diese als erste Zielgruppe für HR-Digitalisierung und Trainings im Fokus stehen.
  • Payroll und Schnittstellen früh mitplanen: Gehaltsabrechnung und Systemintegrationen sind Kernbestandteile des Vertrauens – je früher sie berücksichtigt werden, desto stabiler wird die Lösung.
  • Zielgruppenspezifische Trainings sind entscheidend: Systeme entfalten ihren Wert erst dann voll, wenn die Mitarbeitenden sie verstehen und nutzen können – direkt zum Go-live, nicht Monate später.
  • Handlungsdruck strategisch nutzen: Klar kommunizierter Business-Druck (z.B. drohender Kundenverlust) hilft, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu beschleunigen.
  • Ein erfahrener Implementierungspartner ist ein Hebel: Erfahrung mit HR-Software, Hypergrowth und People & Tech Prozessen hilft, grüne Wiesen schnell und trotzdem nachhaltig zu bespielen.


FAQ – HR-Digitalisierung im Hypergrowth


Wie schnell lässt sich eine HR-Software wie Personio im Hypergrowth realistisch einführen?

Typischerweise dauern Implementierungen zwischen 3 und 9 Monaten. Im Hypergrowth ist eine deutlich schnellere Einführung möglich, wenn Zielbild, Prioritäten und Entscheidungswege klar sind und ein erfahrener Partner mit an Bord ist.

Welche HR-Bereiche sollten im Hypergrowth zuerst digitalisiert werden?
Im Fokus stehen meist Recruiting, Onboarding, Zeit- und Schichtplanung sowie Payroll-nahe Prozesse. Dort entscheidet sich, ob Mitarbeitende rechtzeitig eingestellt, korrekt bezahlt und schnell produktiv werden.

Warum ist Payroll im Hypergrowth so kritisch?
Fehler in der Gehaltsabrechnung untergraben Vertrauen und erzeugen im Hypergrowth sofort hohen Korrekturaufwand. Eine frühzeitige Einbindung der Payroll und sauber geplante Schnittstellen sichern Stabilität und Verlässlichkeit.

Wie berücksichtigt man Frontline Worker in der HR-Digitalisierung?
Frontline Worker benötigen einfache, mobile-fähige Prozesse, eine klare Sprache und zielgruppenspezifische Trainings. Rollen, Rechte und Sichtbarkeiten sollten von Anfang an auf diese Zielgruppe ausgerichtet werden.

Welche Rolle spielt die Geschäftsführung in HR-Digitalisierungsprojekten während Hypergrowth?
Geschäftsführung und C-Level schaffen den nötigen Handlungsdruck, priorisieren Ressourcen und verkürzen Entscheidungswege. Ohne diese Unterstützung laufen HR-Digitalisierungsprojekte Gefahr, im Tagesgeschäft unterzugehen.

Wie geht es nach dem ersten Go-live weiter?
Nach dem schnellen Go-live folgen typischerweise die Vertiefung von Automatisierungen (z.B. mit Payroll), der Ausbau von Reporting und Analytics, die Optimierung von Onboarding und die Individualisierung des Recruitings.

 

 

Speaker

sebastian Fischer
Sebastian Fischer
Customer Success Manager, Personio
Ellen Saleck
Ellen Saleck
Chief of Staff, Fleetlery
Franziska Rommelspacher
Franziska Rommelspacher
Consultant HR-Digitalisierung, alliantis
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