alliantis Community Day 2026

Future Skills - Trendthema oder Handlungsfeld?



Informationen
  • Freitag 13. März
    14:45 - 15:45 Uhr
  • Impact Session

Format & Einstieg


Interaktive Session mit aktivierenden Fragen und Live‑Umfragen zu Future Skills und der eigenen Lernperspektive 2030.


Klarer Rahmen: Future Skills zwischen Hype und Handlungsauftrag – zwei bewusst polarisierende Thesen als Diskussionsbasis.

Beispielfragen zum Warm‑up:

Welche Skills werden euren Job bis 2030 am stärksten verändern?
Wie viel Zeit investiert ihr aktuell pro Woche in aktives Lernen?
Wer steuert heute eure Lernentscheidungen: ihr selbst, euer Team, HR – oder der Zufall?

Warum das Thema jetzt zählt

Die Rahmenbedingungen verschieben sich schneller als klassische Lern- und Kompetenzmodelle:

  • Demografie & Fachkräftemangel: weniger verfügbare Talente, höherer Qualifizierungsdruck im Bestand.

  • Digitalisierung & Konnektivität: neue Tools, KI und vernetzte Prozesse verändern Arbeit laufend.

  • Globalisierung & Geschwindigkeit: Wissen ist jederzeit verfügbar – entscheidend wird der kompetente Umgang damit, nicht das reine Faktenwissen.

Kurz: Zukunftsfähigkeit verlangt, Lernen neu zu denken – näher am Alltag, schneller im Zyklus, klarer im Nutzen.

 

Zwei Thesen – bewusst polarisiert

These 1: Autonome Lernauswahl

Fokus auf Metakompetenzen (lernen lernen), individuelle Verantwortung, hohe Selbststeuerung statt zentral designter Learning Journeys.

  • Stärkt Neugier, Anpassungsfähigkeit und Ownership.

  • Passt zu dynamischen Themenfeldern (Innovation, Produktentwicklung, Analytics).

  • Risiko: Uneinheitliche Qualitätsniveaus, Lernlücken in kritischen Bereichen.

Leitfragen:

  • Welche Freiräume brauchen Teams, um Lernen im Flow of Work zu verankern?

  • Wie messen wir Wirkung jenseits von Kursabschlüssen?

These 2: Gesteuerte Qualifizierungsmatrix

Klare Leistungsstandards, HR/Führung steuern Lernpfade, strukturierte Qualifizierung mit definierten Modulen und Leitplanken.

  • Sichert Qualität, Compliance und Skalierbarkeit.

  • Ideal für regulierte Bereiche und kritische Prozesse (Produktion, Sicherheit, Datenschutz).

  • Risiko: Geringere Eigenmotivation, langsamerer Abgleich mit neuen Trends.

Leitfragen:

  • Wo sind Standards unverhandelbar – und wie halten wir sie aktuell?

  • Wie bleiben wir trotz Governance schnell und nah am Bedarf?

 

Synthese: Sowohl‑als‑auch statt Entweder‑oder

Die Praxis braucht einen kontextsensitiven Mix:

  • Metakompetenzen für den Umgang mit Dynamik, Ambiguität und stetigem Wandel.

  • Strukturierte Qualifizierung für Qualität, Sicherheit und Skalierbarkeit.

Die Gewichtung variiert:

  • Produktion/Compliance‑nahe Bereiche: stärker gesteuert, klare Kompetenzstufen, verpflichtende Module.

  • Innovation/Entwicklung/Business‑Building: mehr Autonomie, Experimentierräume, Community‑basiertes Lernen.

Zwei Kernkompetenzen als Leitstern:

  • Technologische Anwendungskompetenz: Tools souverän nutzen, Produktivität durch Automatisierung steigern, Daten verstehen und anwenden.

  • Menschliche Differenzierung: kritisches Denken, Erkennen von Fakes und Bias, bewusster, verantwortungsvoller KI‑Einsatz, situative Kommunikation und Urteilskraft.

Das nehmen wir mit

  • Future‑Readiness entsteht im Zusammenspiel aus neugiergetriebener Selbstverantwortung und klaren, kontextbezogenen Lernpfaden.

  • Investitionsfelder:

    • Kritisches und analytisches Denken

    • Resilienz und Selbstmanagement

    • Kooperation und Kommunikation

    • Unternehmerisches Denken und Kundenorientierung

    • Ambiguitätstoleranz

    • Tech‑Kompetenz, Data Literacy und KI‑Mündigkeit

  • Rollenklärung:

    • HR/L&D schafft Rahmen, Standards, Plattformen und Messbarkeit.

    • Führung gibt Richtung, priorisiert Lernzeit und lebt Lernen vor.

    • Fachbereiche definieren Inhalte, realisieren Praxisnähe und Use Cases.

    • Mitarbeitende übernehmen aktive Lernverantwortung – Ziele setzen, reflektieren, anwenden.

So setzt ihr es um – drei Schritte

  1. Kompass definieren

    • 5–7 priorisierte Future‑Skill‑Cluster pro Bereich.

    • Entscheidung: Wo braucht es Standards, wo Explorationsräume?

  2. Lernarchitektur bauen

    • Pflichtmodule mit Kompetenzstufen (Beginner–Advanced–Expert) dort, wo Qualität kritisch ist.

    • Wahlmodule, Communities of Practice, Micro‑Learning und Learning in the Flow of Work für dynamische Themen.

    • Mentoring/Reverse‑Mentoring, um Generationen- und Skill‑Gaps zu schließen.

  3. Wirkung sichtbar machen

    • Skill‑Transparenz über Skill‑Profile und Self‑Assessments mit Peer‑Review.

    • Praxisnachweise statt nur Zertifikate (z. B. Prototypen, Prozessverbesserungen, KPI‑Beiträge).

    • Regelmäßige Retro: Was hat Nutzen gestiftet? Was wird eingestellt? Was skaliert?

Fazit:

Future Skills sind kein Hype, sondern ein Handlungsfeld mit klaren Entscheidungen: Wo steuern wir, wo lassen wir bewusst los und wie schaffen wir die Kompetenz, Technologie sinnvoll und menschlich klug zu nutzen.


 

KOMMENTARE

Speaker

Rebecca Schenk
Rebecca Schenk
Head of Competence Center Learning and Development, SFS Group
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